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Eingespieltes Team: Medizin- und Pflegestudierende üben gemeinsam

Im „Interprofessionellen pädiatrischen Training“ der Med Uni Innsbruck und der fh gesundheit trainierten angehende Ärzt:innen und Pflegekräfte eine Woche lang gemeinsam die Versorung von neugeborenen, kranken oder verletzten Kindern. Denn im Berufsalltag braucht es ein eingespieltes Team für die bestmögliche Behandlung von Patient:innen. Es wurde gegenseitiges Verständnis geschaffen, effektive Kommunikation geübt und Wissen über die jeweiligen Kompetenzbereiche erworben.

„Moritz“ ist zehn Monate alt, hat Fieber und trinkt schlecht. Mit diesem möglichen Szenario aus ihrem zukünftigen Berufsalltag sind Studierende der Medizin und der Gesundheits- und Krankenpflege beim Interprofessionellen pädiatrischen Training konfrontiert. In gemischten Teams – unter der Anleitung eines Arztes und einer Kinderkrankenpflegerin – messen sie an der Simulationspuppe Puls und Atemfrequenz, legen ein EKG an und monitoren das SIM-Baby, das einigermaßen realitätsnah quengelt und strampelt. So üben sie praktische Fertigkeiten und spielen Abläufe im Klinikalltag durch, um die Zusammenarbeit von Pflege und Medizin in kritischen Situationen zu verbessern.

Studierende messen einer Säuglings-Simulationspuppe den Puls, eine Lehrende unterstützt sie

Sim-Baby Moritz wird gemeinsam versorgt

Valerie Christina von Mersi, Medizinstudentin im 10. Semester, möchte Kinderärztin werden und freut sich über das interprofessionelle Projekt von Med Uni und fhg, das im März 2026 zum zweiten Mal stattfindet. „Wir haben zum Beispiel eine Übergabe durchgeführt und ich habe gemerkt, dass die Pflegestudierenden die Patient:innen als Menschen im Fokus haben, wir als Medizinstudierende konzentrieren uns dagegen oft auf die Diagnose und die Behandlung. Ich denke, dass es ein Gewinn für beide Seiten ist, diese verschiedenen Blickwinkel zusammenzubringen.“ Außerdem schätzt die 24-Jährige aus Bruneck, dass sie im Rahmen des Trainings Routinen üben kann. Das begrüßt auch Pflegestudentin Anja Rampl, wie alle Teilnehmer:innen der fh gesundheit Studierende des FH-Bachelor-Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege im 4. Semester: „Man spielt Szenarien und Fälle durch, das gibt mir Sicherheit.“

In anderen Übungsräumen des Skills Labs der Med Uni Innsbruck trainieren Studierende eine Lumbalpunktion oder eine Reanimation durchzuführen – stets in gemischten Gruppen. „Genauso arbeiten wir in der Praxis auch, als Team nämlich“, sagt August Puttinger, Kinderintensivpfleger in der Pädiatrischen Intensivstation in Innsbruck, und wünscht sich deshalb einen Ausbau der interprofessionellen Lehre. Mit ihm gemeinsam unterrichtet Georg Vogel (Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, Univ.-Klinik für Pädiatrie I) die Studierenden darin, einen zentralen Venenkatheter zu legen und betont ebenso: „Ich als Arzt treffe die Entscheidung über die Behandlung, aber diese soll in einem Prozess zusammen mit der Pflege fallen, und das möchte ich allen Studierenden mit auf den Weg geben.“

Medizinstudierende aus dem 10. Semester und Pflegestudierende aus dem 4. Semester üben gemeinsam den Ernstfall, angeleitet von Ärzt:innen und Pflegekräften

Medizinstudierende aus dem 10. Semester und Pflegestudierende aus dem 4. Semester üben gemeinsam den Ernstfall, angeleitet von Ärzt:innen und Pflegekräften

In diesem Sinn wird in dieser Woche die interprofessionelle Kommunikation und Zusammenarbeit von angehenden Ärzt:innen und Pfleger:innen geschult. Sie ist entscheidend für eine optimale Versorgung der Patient:innen. „Im Austausch werden Berührungsängste abgebaut und es entsteht mehr Verständnis für die Kompetenzen und Belastungen der anderen Berufsgruppe,“ unterstreicht auch Magdalena Mariacher, die als neue Mitarbeiterin im Skills Lab der Med Uni Innsbruck für die interprofessionelle Ausbildung zuständig ist.

Gruppenbild mit Teilnehmer:innen und Unterstützer:innen des Projekts

Das Interprofessionelle pädiatrische Training ist ein gemeinsames Projekt von Med Uni Innsbruck und fh gesundheit

Room of Horror: Im Team bessere Ergebnisse

Im Interdisziplinären Skills Lab (ITZ) der fh gesundheit ist ein sogenannter Room of Horror eingerichtet: Im Zimmer des simulierten Patienten Max, 10 Jahre alt, an einer Lungenentzündung erkrankt, sind Fehler oder Gefahren eingebaut, die die Studierenden identifizieren müssen. „Das geht vom leeren Desinfektionsmittelspender über eine Nadel im Bett des Patienten bis hin zur falsch eingestellten Beatmungseinheit und fehlerhaften Medikation“, erklärt Shannon Seeholzer, Teil des Organisationsteams des „Interprofessionellen pädiatrischen Trainings“ und Lehrende an der fh gesundheit. Die Studierenden begeben sich zuerst allein auf die Suche. „Im anschließenden interprofessionellen Austausch finden sie dann mehr Risiken und Fehler“, unterstreicht Seeholzer, was auch schon im vergangenen Jahr durch Begleitforschung festgestellt wurde. „Im Pilotprojekt 2025 konnten wir außerdem zeigen, dass das Kooperationsvertrauen zwischen den Berufsgruppen durch die frühe Zusammenarbeit signifikant angestiegen ist“, erklärt Benjamin Hetzer (Univ.-Klinik für Pädiatrie I), Fachlicher Leiter des Skills Lab der Med Uni Innsbruck. „Das hat uns verdeutlicht, dass die Fortführung bzw. Intensivierung der interprofessionellen Ausbildung bereits im Studium für die Verbesserung der Patient:innenversorgung und -sicherheit unabdingbar ist.“ Das Kooperationsprojekt von Med Uni Innsbruck und fh gesundheit trägt dazu bei, dass die Teilnehmer:innen aus Medizin und Pflege später im Beruf als Team für das Wohl der (kleinen) Patient:innen sorgen werden.

(Innsbruck, 24.03.2026, Text: P. Volgger, Fotos und Video: fh gesundheit)

 

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