Neues Kooperationsprojekt aus Mitteln der Jubiläumsstiftung
In einem Festakt an der Medizinischen Universität Innsbruck wurden Ende vergangenen Jahres Mittel aus der universitären Jubiläumstiftung an ein Kooperationsprojekt von Forschenden beider Innsbrucker Universitäten vergeben. Marie-Christine Pali und Aaron Jaufenthaler entwickeln eine alternative Methode zur Analyse von Bilddaten aggressiver Hirntumore.
Von acht eingereichten Projekten wurde jenes von Marie-Christine Pali von der Universitätsklinik für Radiologie an der Medizinischen Universität Innsbruck und Aaron Jaufenthaler vom Arbeitsbereich Elektrotechnik am Institut für Mechatronik der Uni Innsbruck ausgewählt. Das kooperative Forschungsvorhaben wird mit rund 28.000 Euro aus Mitteln der Jubiläumsstiftung gefördert.
Im Fokus des geförderten Projekts stehen aggressive Hirntumore wie das Glioblastom. Diese haben eine schlechte Prognose und gehen aufgrund des infiltrativen Charakters des Tumors trotz Therapie mit Rezidiven einher. Nach einer multimodalen Therapie inklusive Strahlentherapie ist es anhand von MRT-Aufnahmen oft schwer zu unterscheiden, ob ein Tumor weiterwächst oder ob sichtbare Veränderungen Folgen der Behandlung sind. Die Kontrastmittel-Clearance-Analyse bietet hier eine Alternative. Sie untersucht den zeitlichen Verlauf der Kontrastmittelanreicherung und -ausscheidung im Gewebe, und kann so diese für die Therapie wichtige Unterscheidung verbessern.
Das nun geförderte Projekt entwickelt dafür eine frei verfügbare Software, die MRT-Bilder quantitativ auswertet und verlässliche Zahlen liefert. Die Evaluation erfolgt im Rahmen der groß angelegten, prospektiven und multidisziplinären CAMEO-Studie („Contrast Clearance Analysis and Mapping-Sequences for Monitoring Treatment Response with Primary Brain Tumors after Radiotherapy“), welche einen einzigartig umfangreichen, multimodalen Bilddatensatz an der Medizinischen Universität Innsbruck hervorgebracht hat. Ziel der Studie ist es, Therapieentscheidungen in Zukunft besser zu unterstützen.
„Als Mathematikerin in der Radiologie ist es mir ein besonderes Anliegen, mathematische Methoden so weiterzuentwickeln, dass sie einen konkreten klinischen Mehrwert bieten. Dieses Projekt ermöglicht es uns, gemeinsam moderne quantitative Methoden nachhaltig in die klinische Bildgebung zu integrieren und diese anhand eines sehr umfangreichen Datensatzes der Medizinischen Universität Innsbruck zu evaluieren. Durch die Entwicklung einer solchen Software und die quantitative Auswertung der MRT-Daten möchten wir einen Beitrag leisten, um diagnostische Unsicherheiten nach der Strahlentherapie zu reduzieren und die klinische Entscheidungsfindung bei Patientinnen und Patienten mit Hirntumoren wie dem Glioblastom weiter zu verbessern“, betont Mathematikerin Marie-Christine Pali, die sich als Postdoc an der Universitätsklinik für Radiologie (Direktorin Elke R. Gizewski) vor allem mit der Entwicklung von Machine Learning und Deep Learning basierten Ansätzen für die medizinische Bildgebung sowie Radiomics beschäftigt. Ihr Forschungsfokus liegt auf neuroradiologischen Fragestellungen: Radiomics für Multiple Sklerose, Gehirnveränderungen bei Patientinnen und Patienten mit Hirnmetastasen nach Bestrahlung, sowie Bildgebende Biomarker für die Differenzierung von Tumorprogression und therapiebedingten Veränderungen bei Patientinnen und Patienten mit Hirntumoren wie dem Glioblastom.
Die Jubiläumsstiftung
Zur 300-Jahr-Feier ihrer Gründung wurde von der Universität Innsbruck 1969 ein „Jubiläumsfonds“ eingerichtet. Zusätzlich zur finanziellen Absicherung der Jubiläumsfeierlichkeiten setzte man sich das Ziel, mit den Erträgen dieser Stiftung Forschung und Lehre an der Universität zu fördern. Die Mittel aus dem Fonds wurden inzwischen in eine Stiftung überführt, aus der dem Fördergedanken entsprechend wissenschaftliche Kooperationsprojekte der beiden Universitäten gefördert werden. Der Stiftungsvorstand setzt sich aus Vizerektor Gregor Weihs, Vizerektorin Patrizia Stoitzner von der Medizinischen Universität und dem Leiter der Finanzabteilung, Fabian Kaiser, zusammen. Die nächste Ausschreibung ist für 2027 geplant.
(5.2.2026, Text: red/Heidegger, Foto: MUI/D. Bullock)
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