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Fragen, Zweifel, Perspektiven: Mentoring für den Berufseinstieg

Sophie Schneeweis (l.), Medizinstudentin im 11. Semester, mit ihrer Mentorin Hanna Hosa

Wie gelingt mir als Mediziner:in der Einstieg ins Berufsleben? Wie lassen sich Karriere, Familie und persönliche Ziele vereinbaren? Und wie gehe ich mit Leistungsdruck und Fehlern um? Im neuen Mentoring-Programm der Medizinischen Universität Innsbruck geben Ärzt:innen und Forscher:innen Studierenden realistische Einblicke in ihren Alltag und Raum für den vertraulichen Austausch über berufliche Perspektiven, persönliche Erfahrungen und Unsicherheiten. Die Anmeldephase für Studierende läuft vom 12. bis 18. Oktober.

Bis zum Berufseinstieg als Ärztin dauert es für Sophie Schneeweis nicht mehr allzu lang, die Medizinstudentin steht am Anfang ihres Klinisch-Praktischen Jahrs – da stellen sich viele Fragen. Um sich auf den Übergang von der Theorie zur klinischen Praxis vorzubereiten, hat sich die Studentin im vergangenen Jahr regelmäßig mit Mentorin Hanna Hosa, Oberärztin an der Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe (Direktor: Ibrahim Alkatout), getroffen – gemeinsam mit vier anderen Studierenden. „Wir haben Bewerbungsprozesse besprochen, ich habe sie bei einem Ambulanzdienst begleitet und wir haben gemeinsam einen ‚10-Jahres-Plan‘ erstellt, also überlegt, wo wir in zehn Jahren beruflich und persönlich stehen wollen“, erzählt die Medizinstudentin im 11. Semester, die am Pilotdurchgang des Mentorings-Programms teilgenommen hat.

Mentoring-Programm der Medizinischen Universität Innsbruck

  • Für Studierende der Humanmedizin im 4. und 5. Studienjahr
  • Für Studierende der Molekularen Medizin BSc (ab dem 3. Semester) und MSc
  • Präsentation der Profile der Mentor:innen: ab 1. Oktober
  • Anmeldung für Studierende: 12. – 18. Oktober 2026 (begrenzte Teilnehmer:innenzahl)
  • Alle Informationen via Moodle für Humanmedizin und MolMed

„Ich wollte meinen Mentees einen konkreten Einblick in den Arbeitsalltag als Ärztin geben“, erklärt Hanna Hosa. „Ich habe ihnen nicht nur die Klinik gezeigt, wir haben auch eine niedergelassene Arztpraxis sowie ein Bezirkskrankenhaus besucht.“ Aufgrund ihrer Erfahrungen im Mentoring hätten einige Mentees die KPJ-Planung umgestellt oder die anvisierte medizinische Fachrichtung verworfen: „Es war ein Realitätscheck für die Studierenden: Was ist mein Traum und wie sieht die Arbeit in Wirklichkeit aus?“, berichtet Hosa.

Rollenvorbilder und Profile

Das Mentoring-Programm der Medizinischen Universität Innsbruck richtet sich an Studierende im fortgeschrittenen Studienabschnitt sowie an Ärzt:innen und Wissenschafter:innen aller Karrierestufen. „Alles bleibt vertraulich, es gibt natürlich auch keine Bewertung und die Teilnahme ist freiwillig“, erläutert Christoph Hochmayr (Univ.-Klinik für Pädiatrie II, Direktorin: Ursula Kiechl-Kohlendorfer). Er hat das Mentoring-Projekt nach einer Idee des Vizerektors für Lehre und Studienangelegenheiten, Wolfgang Prodinger, initiiert. Nach einer Pilotphase startet das Programm im Herbst 2026 mit 57 Mentor:innen. Teilnehmen können Studierende der Humanmedizin im vierten und fünften Studienjahr sowie dieses Mal erstmals Studierende der Molekularen Medizin ab dem dritten Semester.

Programm-Initiator Christoph Hochmayr: „Als Mentor möchte ich vermitteln, wie es ist, zu denken, zu fühlen und zu handeln wie ein Arzt.“

Die Mentor:innen erstellen ein Profil von sich, in dem sie ihre berufliche Position und teils auch ihre Familiensituation schildern. Die Studierenden wählen ihre Mentorin oder ihren Mentor aus. Wie die Treffen gestaltet werden, ist je nach Kleingruppe unterschiedlich“, erklärt der Facharzt für Pädiatrie und Neonatologe in Spezialisierung.

Raum für Fragen und Zweifel

„In meiner Gruppe war ein großes Thema der Umgang mit Leistungsdruck, mit Patient:innen, die unzufrieden sind, Sorgen wegen Nachtdiensten. Wir haben aber auch über Work-Life-Balance, Bewerbungsunterlagen und Auslandsaufenthalte gesprochen“, erzählt der Facharzt für Pädiatrie. „Es ging um Themen, die im Studium manchmal offenbleiben.“ Oberärztin Hosa ist überzeugt: „Alle Studierenden sollten eine Ansprechperson haben, die sie fragen können: ‚Wie ist bei dir der Bewerbungsprozess für die Assistenzarztstelle abgelaufen? Ich würde gern ein Haus bauen. Geht sich das aus, wie und ab wann geht das?‘ All das hätte ich gerne selbst mit jemandem besprochen – jetzt kann ich das meinen Mentees ermöglichen.“

Studentin Sophie Schneeweis wurde durch das Mentoring-Programm klar, dass sie vorerst an einer großen Klinik arbeiten möchte. Auch für Bewerbungsprozesse fühlt sie sich jetzt besser gerüstet. „Ich habe einen realistischen Einblick bekommen, was mich im Leben als Ärztin erwartet.“

Links:

Details Mentoring Humanmedizin
Details Mentoring Molekulare Medizin

(25.09.2026, Text und Fotos: MUI/P. Volgger)