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Gemeinsame Medieninformation der Medizinischen Universität Innsbruck und der tirol kliniken

Univ.-Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie:

Neuer Klinikdirektor Ulrich setzt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und Innovationen

Ein breites klinisches Spektrum, attraktive Entwicklungsmöglichkeiten und ein starkes Forschungsumfeld gaben den Ausschlag dafür, dass der international renommierte Plastische Chirurg Dietmar Ulrich am 1. November 2025 an die Spitze der Univ.-Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie in Innsbruck wechselte. Seine Ziele stellte der neue Direktor heute im Rahmen einer Pressekonferenz vor.

Pressebilder zum Herunterladen:

Porträtbild Dietmar Ulrich im Ärztekittel
Dietmar Ulrich leitet seit November 2025 die Univ.-Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. (c)MUI/F. Lechner
v.l.: Alois Obwegeser, Direktor der Klinik Innsbruck, Klinikdirektor Dietmar Ulrich und Rektor Gert Mayer. (c)MUI/D. Bullock

Innsbruck, am 16.4.2026: Nach mehr als 13 Jahren als Klinikdirektor im niederländischen Nimwegen hat sich der gebürtige Deutsche Dietmar Ulrich schon nach wenigen Monaten Einarbeitungszeit in den Bergen „gut eingelebt“. Seine zentralen Ziele für Klinik, Forschung und Lehre sind abgesteckt: das Behandlungsspektrum soll erweitert werden, technische Innovationen in die Behandlung einfließen und in ausgewählten Notfallsituationen sollen zusätzliche und neue Therapieoptionen geschaffen werden.

Das dafür notwendige innovative Gespür wird ihm von Rektor Gert Mayer attestiert: „Mit Dietmar Ulrich konnten wir einen Klinikchef gewinnen, der den Fortschrittsgeist der beidseitigen Handtransplantation, die im Jahr 2000 erstmals in Innsbruck und von ihm selbst später auch in den Niederlanden durchgeführt wurde, weitertragen kann. Mit ihm macht die Innsbrucker Chirurgie einen weiteren großen Schritt in die Zukunft“. Und der Ärztliche Direktor der Klinik Innsbruck, Alois Obwegeser betont: Die Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie ist wie kein anderes Fach auf Interdisziplinarität und Teamwork ausgerichtet. Dietmar Ulrich ist ein Klinikdirektor, der diese Grundsätze in der Forschung wie in der Klinik lebt und forciert“.

Technologieanleihe für die Replantation

Für Dietmar Ulrich steht ein breites Verständnis des Fachs im Zentrum – von der Behebung eines Schnappfingers bis zur komplexen Geweberekonstruktion. „Entscheidend ist immer die funktionelle Wiederherstellung bei gleichzeitig natürlichem Erscheinungsbild. Das gelingt im engen Verbund mit vielen Disziplinen – von der Transplantations- und Unfallchirurgie über die Gynäkologie und Dermatologie bis zur Radiologie und Neurochirurgie“, so Ulrich, der mit der Maschinenperfusion – einer Methode aus der Transplantationsmedizin – auch in der Plastischen Chirurgie neue Maßstäbe setzen will. „Dahinter steht die Idee, amputiertes oder verpflanztes Gewebe eine Zeit lang außerhalb des Körpers zu versorgen. Damit gewinnen wir wertvolle Zeit, etwa, wenn Patientinnen und Patienten zunächst stabilisiert werden müssen oder komplexe Rekonstruktionen geplant sind“, beschreibt Ulrich einen Ansatz, der für Makroreplantationen, also die chirurgische Wiederverbindung von vollständig oder teilweise abgetrennten, großen Körperteilen in Innsbruck weiterentwickelt und etabliert werden soll.

Parallel dazu spielt auch die digitale Medizin eine zentrale Rolle im klinischen Alltag. 3D-Fotografie, -Planung und -Druck helfen beispielsweise, Brustrekonstruktionen präziser vorzubereiten und Korrektureingriffe zu reduzieren. Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen kommen in der Aufklärung, Planung und Rehabilitation zum Einsatz – etwa mit Apps am Smartphone, die Handbewegungen erfassen und individuelle Therapieprogramme ermöglichen. „Solche Lösungen vernetzen Patientinnen und Patienten enger mit der Physio- und Ergotherapie und können die Rückkehr in den Alltag beschleunigen“, sagt Ulrich, der noch in diesem Jahr die Präsidentschaft der European Association of Plastic Surgeons (EURAPS) übernehmen wird.

An der Innsbrucker Univ.-Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie werden jährlich rund 60-70 Mikroreplantationsfälle (Finger/Zehen), bis zu fünf Makroreplantationen (Arm/Bein) und rund 600 Eingriffe pro Jahr im Brustbereich (davon ca. 80 mit körpereigenem Gewebe und ca. 150 Implantat basiert) durchgeführt. Rund um die Uhr steht ein Team für die Wiederherstellung abgetrennter Finger oder Extremitäten bereit – ein gemeinsames Merkmal großer Traumazentren und Ausdruck der interdisziplinären Zusammenarbeit vor Ort. Auch die Ästhetische Chirurgie wird nach zweijähriger Pause wieder angeboten. „Wir werden damit funktionell-ästhetischen Ansprüchen mit Betonung auf Natürlichkeit gerecht, unrealistische Wünsche erfüllen wir nicht“, betont Ulrich.

Plastische Chirurgie für alle bei der Langen Nacht der Forschung

Am 24. April 2026 findet in Österreich die Lange Nacht der Forschung statt. Wenn Universitäten und Forschungseinrichtungen wieder ihre Türen, Labore und OPs öffnen, ist auch die Univ.-Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie mit vielen Mitmachstationen und Vorträgen dabei. So können etwa KI-Tools und Smart Games für eine präzisere OP-Vorbereitung oder die Messung von Handfunktionen via Smartphone ausprobiert oder Infos über praktische Hand- und Nerventherapien eingeholt werden. In Workshops stehen klinische Geräte zur Fettabsaugung bereit und ein Mikroskop, unter dem humane Fettstammzellen und kultiviertes Fettgewebe betrachtet werden können.

Zur Person Dietmar Ulrich
Lange Nacht der Forschung 2026 an der Med Uni Innsbruck